Das Beste zum Schluß

Nordlichter, Kp 5 , bei -20°C

Zarte Mondsichel und Venus am Abend, dazu sternenklarer Himmel. Heute waren schon am frühen Abend beste Voraussetzungen für Nordlichter. Ein Blick in den Himmel vor unserer Behausung machte die Entscheidung „Abendessen oder Nordlichter anschauen“ ganz einfach. Wenn man die Lichter hier schon so heftig sieht, muss es im dunklen Wald aufm Berg noch besser sein. Also sofort alle möglichen Schichten übereinander anziehen, um eine Weile die -20° Grad Celsius beim Rumstehen ertragen zu können. Und los, durch den Schnee den Berg hoch, wo es kein Licht von irgendwelchen Lampen mehr gibt. Die Lichterschau war grandios heute. An vielen Stellen, sich schnell verändernd, wandernde Vorhänge, Spiralen, wie Rauch oder Feuer. Und hell. Extrem hell. Meist grün, aber an den Rändern auch in lila und weiß übergehend.

Auf Fotos ist diese Stimmung kaum wiederzugeben. Aber als Impressionen stellen wir ein paar kleine jpg-Bilder ein… Später können die bearbeiteten raw-Bilder vielleicht einen besseren Eindruck vermitteln 😉

Eine der wichtigsten Erkenntnisse bleibt: Das Nordlicht muss man sich verdienen. Es kommt nicht zu einem. Man braucht Geduld. Den Kp-Index kann man über Apps beobachten. Das Wetter beobachtet man bestenfalls aus dem Fenster. Aber die Lichter am Himmel sieht man nur, wenn man rausgeht. Und das zum Teil mehrmals über den Abend verteilt. Das kann schon jedesmal eine Herausforderung sein, von den warmen Temperaturen innen (≥20°C) bis zu max. -30°C, die wir diese Woche hier hatten. Wenn man dann entscheidet richtig rauszugehen, sind viele Schichten Kleidung nötig. Möchte man zusätzlich zum Lichter-anschauen-und-genießen eventuell noch Fotos machen, kommt die ganze Ausrüstung mit Stativ dazu. Die Ersatz-Akkus tragen wir körpernah angewärmt mit uns. Eventuell noch Schneeschuhe, Gamaschen und Stöcke. Dann folgt die Wanderung im Schnee bis zu einem guten Platz ohne Lichter von Häusern, Autos, Straßenlaternen oder ähnlichem. 

Bei Kp 5 („minor storm“) kann das Licht am dunklen Himmel überall sein, manchmal von vielen Seiten, gleichzeitig, parallel, am Horizont oder mitten über einem. Bei heftigen Phasen kommt man kaum mit dem Verstellen der Kamera hinterher. Und die Ausrüstung friert auch irgendwann ein. Die Feuchtigkeit aus der Luft legt sich auf alles und gefriert. Akkus, Objektive, Rädchen oder Schalter mögen das auf Dauer nicht. Dann muss man einfach mit den Augen weiter Bilder im Inneren sammeln 🙂

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