Material und Methoden

Ein Rückblick auf die Ausrüstung

Die wichtigste Frage beim Packen der Taschen: Was werde ich brauchen, und was nicht? Obwohl dies nicht unsere erste Winter-Tour nördlich des Polarkreises ist, stellten wir uns im Vorfeld diese Frage immer wieder, packten Dinge ein… und auch wieder aus.

Die Kombination mit der Schiffsreise machte die Entscheidung nicht einfacher. Wir untergliedern daher zwei Bereiche für die Ausrüstung an Bord und an Land.

Ausrüstung an Bord

Das Wichtigste zur „Kleiderordnung“ an Bord der Hurtigruten Schiffe: Es gibt keine. Zumindest ist das der Fall bei der MS Lofoten. Für andere Liner können wir nicht sprechen. Selbstverständlich geht man nicht in Badelatschen und Jogginghose zum Abendessen, aber Pulli, wetterfeste Hose und Winterstiefel waren kein Problem, sondern Standard. Schließlich muss man schnell wieder nach draußen, wenn es etwas zu sehen gibt (und es gibt immer etwas zu sehen).

Im Vorfeld stand auf der Hurtigruten Webseite unter dem Punkt „praktische Reiseinformationen„, ein Blazer oder Jackett gehöre ins Gepäck. Unfug! Ich bin froh, diesen Rat ignoriert zu haben. Abendgarderobe oder ein Jackett ist auf der MS Lofoten ungefähr so sinnvoll wie eine Daunenjacke am Amazonas.

Was man wirklich braucht

Im Süden regnets, im Norden schneits. Für die Zeit unter und an Deck empfiehlt sich modulare Kleidung nach dem Zwiebel-Prinzip für den schnellen Wechsel zwischen drinnen und draußen. Unterwäsche aus Merinowolle (lang). Darüber einen Pullover aus Wolle oder Wollmischgewebe. Eine Trekkinghose, wasserabweisend (schnell trocknend) und gefüttert. Dicke Wollsocken und bequeme Halbschuhe. An Deck zieht man eine warme Daunen-Jacke darüber. Bei Regen ergänzt man diese durch eine dünne wasserdichte Hardshell (Tex Membran). Eine warme Mütze, wenn möglich mit Ohrenschutz. Um den Hals ein warmes Halstuch (Ring) aus Synthetik oder Merinowolle. Für ganz eisigen Wind empfiehlt sich auch ein Balaclava. Die Finger benötigen dicke, winddichte Handschuhe. Sollte bei Landgängen der Kai verschneit oder vereist sein, kann man die Schuhe mit Spike-Überziehern rutschfest machen. Diese kann man zur Not auch an Bord kaufen.

Ausrüstung an Land

Im hohen Norden können die klimatischen Bedingungen sehr extrem sein. Wir Mitteleuropäer empfinden Temperaturen um einstellige Minusgrade schon als kalt. In der Finnmark fällt die Temperatur gelegentlich auf -30°C. Das ist kälter als der Gefrierschrank zu Hause. Insbesondere wer nachts auf Nordlichtjagd gehen möchte, benötigt sehr gute Isolation.

  • Lange Unterwäsche aus Merinowolle (300g / m2).
  • Winterhosen (gefüttert)
  • Wollsocken, je dicker desto besser
  • Wollpullover
  • Dicke Daunen-Jacke. Hier ist die modisch-leichte „ich geh‘ mal auf den Weihnachtsmarkt bei 0°C“-Daune fehl am Platze. Sie muss hohe Bauschkraft bei geringem Volumen bieten. Faustregel: wenn man damit zu Hause bei Frost schwitzt, ist man auf dem richtigen Weg.
  • Wollmütze oder Kappe mit Ohrenschutz. Optional noch mit zusätzlicher Kapuze an der Jacke.
  • Dicke Handschuhe oder zwei Lagen mit Innen- und Außenhandschuh. Fäustlinge isolieren besser. Fingerhandschuhe sind besser zur Bedienung von Geräten.
  • Winterstiefel mit guter Fütterung. Besser mit Innenschuh aus Filz, den man herausnehmen und trocknen kann.
  • Eine Stirnlampe für nächtliche Ausflüge. Optional mit Rotlicht, um die Augen besser an die Dunkelheit zu gewöhnen.
  • Eine fettige Gesichtscreme zum Schutz der Haut.

Technik

Zur Fotografie der Nordlichter muss man in der Regel mehrere Sekunden belichten. Aus der Hand oder mit Auflegen ist das nicht mehr zu schaffen, daher benötigt man unbedingt ein Stativ. Es sollte handlich sein, aber dem Gewicht der Kamera angemessen und diese sicher tragen können. Die Kamera muss sich auf manuellen Fokus und manuelle Belichtungssteuerung (M) umschalten lassen. Automatik ist mit der Lichtsituation überfordert und produziert nur Müll. Spiegelreflex-, Systemkameras und bessere Kompaktkameras können das in der Regel.

Einen Tipp für Smartphone Benutzer: Versucht es erst gar nicht! Die Bilder werden sch… nicht gut. Und nein, Blitzen hilft nicht,… ehrlich! 😉 Besser die beiden analogen Kopfkameras einschalten und den wundervollen Anblick auf der internen Festplatte speichern.

Je nach Stärke der Lichter muss man die Einstellungen immer wieder anpassen und Testaufnahmen machen.

Ein guter Start:

  • Weitwinkel-Brennweite
  • große Blendenöffnung (kleine Blendenzahl)
  • ISO 800 bis 1600
  • 2-8 Sekunden Belichtung
  • Fernauslöser, oder zumindest verzögerter Selbstauslöser, um Verwacklungen zu vermeiden.
  • Bilder im RAW Format speichern. Durch (verlustfreie) Nachbearbeitung können durchschnittliche Aufnahmen zu richtig Perlen werden.

Die Nordlichter ändern sich manchmal innerhalb weniger Sekunden von dunkel nach sehr hell. Wenn viel Bewegung am Himmel ist, sollte man zuerst die Zeit verkürzen und dann ggf. die Empfindlichkeit reduzieren (kleinere ISO).

Diese Listen sind nur ein grober Anhaltspunkt. Sie können variieren, je nach persönlichem Kälteempfinden.

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