Material und Methoden

Ein Rückblick auf die Ausrüstung

Die wichtigste Frage beim Packen der Taschen: Was werde ich brauchen, und was nicht? Obwohl dies nicht unsere erste Winter-Tour nördlich des Polarkreises ist, stellten wir uns im Vorfeld diese Frage immer wieder, packten Dinge ein… und auch wieder aus.

Die Kombination mit der Schiffsreise machte die Entscheidung nicht einfacher. Wir untergliedern daher zwei Bereiche für die Ausrüstung an Bord und an Land.

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Seifenblasen im Schnee

Pustefix mit Zucker

Diese Spielerei für große Kinder haben wir zuhause vorbereitet und ein klassisches Pustefix mit eingepackt. Außerdem Würfelzucker. Den haben wir vor Ort in die Seifenblasen Lösung gemischt, damit die Blasen in der extremen Kälte nicht einfach nur platzen, sondern eine Chance haben schön weiß zu kristallisieren. Bei windstillen -23° C zum ersten Mal ausprobiert, haben wir zuckrige Seifenblasen gepustet, die sofort gefroren und als hübsche weiße Schneekugeln weiter geflogen sind. Wenn man sie geschickt wieder einfängt und auf Schnee platziert (ohne dass sie platzen) kann man sie sogar photographieren. Tagsüber mit Sonne drauf ist es noch glitzernder als am Abend im Dunkeln. Sobald wir über den Trainingsmodus hinaus sind, gibts bestimmt auch das ein oder andere Bild 😉

Unruhige Nacht auf der Barentssee

Tag 6 – Båtsfjord bis Kirkenes

Östlich vom Nordkapp bis zur russischen Halbinsel Novaya Zemlya erstreckt sich die Barentssee. Unmittelbar ab dem Nordkapp bewegt sich die Schiffahrtslinie der Hurtigruten in mehr oder weniger ungeschützten Gewässern. D.h. keine vorgelagerten Inseln, die Wind und Wellen abhalten.

Schon zum Dinner am Vorabend rutschte Besteck von den Tischen und quer durch den Raum. Jetzt machte sich das Anti-Rutsch Gedeck, das an jedem Platz liegt, bezahlt und hielt zumindest Teller und Tassen an Ort und Stelle. Suppe konnte bequem passiv gelöffelt werden. Einfach den Löffel an den Schalenrand halten und warten bis die Flüssigkeit hineinschwappt.

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Krabben an Bord

In den 1960er Jahren wurden pazifische Kamtschatka Krabben, auch Königskrabben genannt, absichtlich bei Murmansk ausgesetzt, von wo sie sich seither langsam und unaufhaltsam nach Süden entlang der Norwegischen Küste ausbreiten. Inzwischen sind sie bis zur Inselgruppe der Lofoten vorgedrungen.

Die Krabbe verdrängt lokale Arten, indem sie sie auffrisst, oder ihnen die Nahrungsgrundlage entzieht. Die Meinungen über dieses Neozoon sind jedoch geteilt. Wissenschaftler schlagen Alarm, während lokale Fischer darin eine lohnende Einnahmequelle sehen. Sie sind einfach zu fangen und der Marktpreis ist hoch. Die Fischer platzieren etwas Fleischabfall in einem Fangkorb und einen Tag später ist er voll mit Krabben. Fische dagegen muss man mühsam mit Langleinen angeln.

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N71° 10′ 21“ – das Nordkapp

-14° C und Sonne

Die Bedingungen sind auch hier phänomenal. Nach viel Neuschnee haben wir heute klare Sicht mit Sonne. Und wenige Menschen, die zur gleichen Zeit hier sind. Berichten zufolge kann das weitaus ungünstiger sein (schlimmstes Wetter kombiniert mit Menschenmassen). Wir bekomnen erzählt, dass es seit Tagen keine Sonne gab, mit schlechter Fernsicht. 

Wir können uns draußen gar nicht sattsehen. Und das ein oder andere Foto gibts ebenfalls, auch wenn einem dabei fast die Finger abfrieren, besonders an den windexponierten Stellen. Mit etwas Geduld bekommen wir das gesamte Nordkapp-Plateau mit Weltkugel-Denkmal komplett menschenleer für uns und genießen es. 

Globus-Denkmal auf dem Nordkapp-Plateau

Im Konvoi zum Nordkapp

Tag 5 – von Hammerfest zum Nordkapp

In den frühen Morgenstunden erreichten wir Hammerfest, die nördlichste Stadt Europas. Wir alle waren noch müde von der stundenlangen nächtlichen Nordlicht Beobachtung, sodass wir die Be- und Entladung dort nur mit einem halben Ohr wahrnahmen.

Hauptattraktion des heutigen Tages war der Besuch des Nordkapps. Von dem kleinen Hafen Honningsvåg brachte uns ein Bus hinauf auf das verschneite Nordkapp-Plateau. Die Straße dorthin ist starken Schneeverwehungen ausgesetzt. Selbst gut ausgerüstete Kfz mit Winterreifen oder Spikes bleiben dann im Schnee stecken und müssen geborgen werden. Deshalb dürfen Fahrzeuge in den Wintermonaten nur zu festgelegten Zeiten und in Begleitung eines Räumfahrzeugs die Straße passieren. Wer auf eigene Faust die Schranke öffnet, löst einen Alarm aus und wird kurz danach von der lokalen Feuerwehr und Polizei eskortiert. Der Spaß kostet dann 15.000 NOK, umgerechnet etwa 1.700 €. „Im Konvoi zum Nordkapp“ weiterlesen