Kurzbesuch in Finnland

Auch wenn es nicht auf den ersten Blick auffällt, so ist die geographische Länge von Kirkenes sehr weit östlich. Mit 30° 3′ O liegt es östlich von Alexandria (29° 56′ O)

Die norwegische Finnmark bildet mit Russland und Finnland ein Drei-Länder-Eck. Im Prinzip eine gute Gelegenheit, alle drei Länder zu besuchen. Mit einem Russland-Besuch sind jedoch viele bürokratische Hürden verbunden, die uns im Vorfeld davon Abstand nehmen ließen. Wer glaubt, ein ESTA-Visum für die USA sei umständlich zu bekommen, der möge mal bei der Russischen Botschaft anklopfen. 😉

Ich möchte ein Ä kaufen

Der Besuch von Finnland ist einfach. Der Übergang ist kaum 50 km von Kirkenes entfernt und ohne Formalitäten passierbar.

Tulli und Toll. Stempel gibt es weder bei den Finnen (links) noch bei den Norwegern (rechts).
Finnische Grenze zu Norwegen

Der erste Ort jenseits der Grenze ist Näätämön (kann man noch mehr Umlaute in ein Wort packen?) und besteht aus zwei Gemischtwarenläden mit zwei Tankstellen. Schön war, dass man mal wieder Preise in Euro hatte, aber sonst nur Bahnhof verstand. Während die norwegischen Sprache viele Ähnlichkeiten mit Deutsch und Englisch hat (zumindest in der Schrift), so ist Finnisch ganz weit weg von allem was man sich vielleicht noch herleiten könnte. Das lustigste war noch abgepackte Salami mit der Aufschrift „Meetvursti“. Naja, Mettwurst scheint ein dehnbarer Begriff zu sein. 🙂

Reif auf allen Bäumen

Das Wetter war am heutigen Tag hervorragend klar. In der Nacht zog Feuchtigkeit auf, die sich an allen Bäumen als dicke Reifschicht niederschlug.

Dicke Reifschicht auf den Bäumen

Dazu Sonnenschein und fertig ist das Winterwunderland. Weiße Berge, weiße Bäume und blauer Himmel.

Munkefjord nahe Neiden
Blick auf den Munkefjord

Die Fahrt nach Finnland war folglich eine Verkettung von Photostopps, die aber bei -20°C ihren Preis fordern.

Sonnenuntergang am Munkefjord. Das wärmere Wasser läßt Nebel aufsteigen.

Man ist geneigt, für einen kurzen Schnappschuss die Handschuhe im Auto zu lassen, muss dann aber einsehen, dass das eine schlechte Idee ist. Der Finger spürt nach kurzer Zeit den Auslöser nicht mehr. Bei den hiesigen klimatischen Bedingungen nehmen wir bereits schlechte lokale Angewohnheiten an, indem wir für einen kurzen Stopp den Motor erst gar nicht abschalten. Man passt sich eben an. 😉

Zeitzonen

Es gibt auch einen Punkt, an dem alle drei Länder aufeinandertreffen. In Treriksøysa wird dieser durch eine Steinsäule markiert. Dort treffen neben den drei Ländern auch drei Zeitzonen aufeinander: Norwegen mit GMT+1, Finnland mit GMT+2 und Russland mit GMT+3. Man erzählte uns, daß hier in der Region dreimal das neue Jahr begossen werde. Zuerst mit den Russen, dann eine Stunde später mit den Finnen und es soll auch einige geben, die sich noch an das norwegische Neujahrsfest erinnern können. 🙂

Treriksøysa hätten wir gerne besucht. Dies ist im Winter jedoch sehr schwer zugänglich. Ein Straße bis dorthin gibt es nicht und die Trekkingpfade sind tief verschneit.

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