Das Tor zum Norden

Trondheim

Früh um 6:00 Uhr macht die MS Lofoten in Trondheim fest. Nach Oslo und Bergen die drittgrößte Stadt Norwegens. Hier werden Vorräte aufgefüllt und frische lokale Produkte gebunkert. Das gibt den Passagieren sechs Stunden Zeit für eigene Aktivitäten.

In der vergangenen Nacht hatte es dort über 10cm geschneit und die gesamte Landschaft in ein weißes Gewand gelegt. Es wird zunehmend kälter.

Hier am Kai trifft die nach Norden fahrende Lofoten auf das nach Süden fahrende Schiff MS Nordkapp. Auch ein Schiff der Hurtigrutenflotte. Eine willkommene Gelegenheit für Passagiere, sich auf dem jeweilig anderen Schiff umzusehen. Das Staunen ist groß auf beiden Seiten. Die meisten Gäste können sich nur schwer vorstellen, auf dem jeweils anderen Schiff zu reisen.  Kein Wunder. Nahezu alle Mitreisenden, die ich bisher gefragt habe, hatten sich bewußt für die MS Lofoten entschieden. Eine ganz andere Art des Reisens. Kabinengröße (klein bis sehr klein) und Anzahl der Whirlpools (null) spielen bei den Gästen hier an Bord keine Rolle. Wichtiger ist, ganz nah dran zu sein und schon nach zwei Tagen kennt man viele der Mitreisenden persönlich. Praktisch alle sind Anti-Kreuzfahrer. Viele auf ihrer ersten längeren Schiffsreise, aber einige auch Wiederholungstäter und auf ihrer 10. Tour. „Das Tor zum Norden“ weiterlesen

Leinen los!

Kurs Nord auf der MS Lofoten

Es ist geradezu niedlich, wenn man dieses recht kleine Schiff am Hurtigruten Pier sieht, an dem sonst große Luxusliner festmachen.

MS Lofoten

Im Schutz der vorgelagerten Inseln verläßt das Schiff am späten Abend Bergen. Das Wetter ist nass und es fällt ein feiner Nieselregen. In der Nacht werden zwei kleinere Häfen angefahren. „Leinen los!“ weiterlesen

Bergen – Rain Capital of Europe

Der Ausgangspunkt der Hurtigruten Reise macht seinem Ruf alle Ehre. Die gesamte Westküste steht aktuell unter dem Einfluss atlantischer Strömungen, die zwar milde Temperaturen mit sich bringen, aber auch jede Menge Feuchtigkeit. Das ist keine Überraschung und gehört dazu, wie der Nebel zu London.

Blick aus dem Fjord nach Westen
Blick von Fløyen auf die Altstadt und das Hanseviertel

Der Sicherheitspuffer für die Anreise beschert uns knapp zwei Tage an diesem schönen Ort. In der Altstadt reihen sich alte und windschiefe Häuschen an die Hügel. Dazwischen enge Gassen und Gässchen, die teilweise so steil sind, dass die Pflastersteine schräg eingesetzt werden mussten, um Fußgängern etwas Halt zu geben. In eben einem dieser Häuschen fanden wir eine private Unterkunft bei einer netten Vermieterin. Alles rustikal ohne Schnickschnack, aber mit viel Charakter und Herz.

Unterkunft in der Altstadt (rotes Haus)
Die Ausrüstung (noch ordentlich gepackt)

Foto- und Winterausrüstung fordern ihren Tribut. Neben der ohnehin schon sperrigen Winterkleidung sind weitere Gepäckstücke für den Transport nötig.

Am zweiten Tag kam dann doch die Sonne durch die Wolken und tauchte die Stadt in ein angenehm warmes Licht.

Blick auf das Hanseviertel

Voyage to Kirkenes

Seit 1893 gibt es eine Schiffsverbindung von Bergen im Südwesten Norwegens bis hin nach Kirkenes im äußersten Nordosten des Landes. Die anfangs als reine Versorgungslinie erdachte Verbindung entwickelte sich schnell zu einer touristischen Attraktion für Norweger aus dem Süden, die auf diese Weise den entlegenen Norden des Landes erkunden konnten.

Aktuell sind 12 Schiffe im Dienst auf der Strecke Bergen-Kirkenes-Bergen, die sie in 12 Tagen absolvieren. Unterwegs werden 34 Häfen angelaufen, von denen 22 nördlich des Polarkreises liegen.

Quelle: Hurtigruten

Das norwegische Fernsehen übertrug im Jahr 2011 eine Reise mit dem Hurtigruten-Schiff MS Nordnorge von Bergen nach Kirkenes in Echtzeit (134 Stunden) im Rahmen der Reihe „minutt for minutt. Eine slow-television Sendung die sich in Norwegen großer Beliebtheit erfreut.

Das Schiff

Eine klassische Route bereist man auf einem klassischen Schiff. Daher fiel unsere Wahl auf die MS Lofoten, das älteste Schiff der Flotte, welches inzwischen unter Denkmalschutz steht. Im Vergleich zu den anderen Luxuslinern eher ein kleines Bootchen. Aber wer braucht schon Luxus, wenn man mit solch einem rustikalen Schmuckstück reisen kann? 🙂

Reisezeit

Ans Nordkapp? Um diese Jahreszeit? Mehr als einmal wurden wir gefragt, ob wir noch alle Kerzen am Leuchter haben. Es sei doch dunkel und kalt um diese Jahreszeit. Das stimmt. Aber wir lieben nicht nur ungewöhnliche Reisen und Reiseziele, sondern auch etwas, das man nur (mit etwas Glück) bei Dunkelheit sehen kann:

Biggest Lightshow on Planet Earth

Die Zeit von Ende Januar bis Anfang April ist ideal, um auf der nördlichen Hemisphäre das wunderbare Schauspiel der Nordlichter zu beobachten. Dazu braucht man drei Zutaten: Dunkelheit, klare Sicht und Sonnenwind. Ersteres kann man planen, bei den beiden anderen Faktoren braucht man Glück. Zeigt sich die Sonne in Tromsø erstmals am 15. Januar für eine knappe Stunde am Horizont, so hat man bereits am 1. Februar schon über 5 Stunden Tageslicht. Gegen Mitte April wird es gar nicht mehr richtig dunkel, sodass eine vernünftige Beobachtung der Nordlichter kaum noch möglich ist.